Raum für Veränderungen

 

zeug und quer e. V. hat sich im April 2015 gegründet und besteht derzeit aus ca. 30 Mitgliedern (großteils Studierende der Musikhochschule Freiburg). Der Kulturverein möchte Verbindungen schaffen, insbesondere interdisziplinärer, interkultureller und generationenübergreifender Art. Genauso sollen laut Satzung zwischen Kunst und ihrer Vermittlung, Tradition und Gegenwart, Anspruch und Vergnügen, dem Profi- und Laienmusikbetrieb… Brücken geschlagen werden.

Mit dieser Motivation interessiert sich der basisdemokratisch organisierte Verein u. a. für

- innovative Konzertformate (Orts- und Programmwahl)

- kulturelle Bildung

- die Möglichkeit der kulturellen Teilhabe für Geflüchtete

- die Vermittlung von Musik aus dem Jetzt.

(Rose)

 

Setz Dich zu mir, mein Freund.

Doch setze Dich nicht auf den Boden,

setze auf die Zuversicht, Dich.

Nicht ins Gras,

auf den Südwind setze Dich.

Und sagst du: da bin ich,

sag ich: du strichst mir gestern schon durchs Haar.

 

Doch verrat' mir Deinen Namen nicht,

im Gedicht der Nachtigall verstecke Dich,

und zeig mir nicht Dein Gesicht,

Frau Mond nur soll es schauen.

Doch, bitte, schließe mir die müden Augen nicht,

im Traume will ich wachen!

Und wenn ich sehe,

ja, wenn ich höre,

wie mein Geliebter schön ist!,

erröte ich sogar im Schlafe.

 

Und siehst du mich am nächsten Morgen dann,

beachte nicht mein Gähnen,

das sind bloß die Worte, die mir fehlen.

Und nach den Träumen frage nicht,

sag nur: bis bald.

Und gehst du dann,

sag ich: du kehrest wieder.

Und fragst du, warum ich weine,

sag ich: es ist nur Tau auf meiner Wange.

Die Sache mit dem Wort (Auszug)

 

Die Sache mit dem Wort scheint schon hinlänglich bekannt, wurde vielmals gedreht und

gewendet, sachlich, wie wörtlich, wohl gemerkt. Es scheint mir trotzdem angebracht, einige

Anmerkungen im Vorwort anzubringen, weniger als Tatsache proklamierend, als vielmehr um das

Wortfeld und somit den Sachbereich abzustecken.

 

Im Anfang war das fleischlose, undingliche Wort, das die Sache schuf. Die Sache wiederum begriff

das Wort und benutzte es um Sachen zu beworten, die offensachlich vor den Augen worten.

Sogesache:

das Wort – die Sache – das Wort – steht.

Die Sache nämlich: - das Wort – ist.

Die Sache – nehm‘ ich – dem Wort nicht ab

- will ich meinen.

 

Theoretisch, in einer Nicht-Wort-Welt, die sprach-, also sachlos, ist die Frage Laut oder –los und

wenn ja wie sich Sachlaut vorstellen. Sprachlose Er_kennt_is… „fremd“, hauptsächlich, Sachwort ich, auch fremdsächlich geworten. Bedingung und –deutung, kein Ding und Deut besser, nur weil mein Wort –schuh und Hand dazu schuf. Ich worte das Schuflade, und sache: man muss wort von Gehirn in laden, nach ladenlos sachen, ohne sachlos zu worten. Ebensache im Klaren sein, dass begriffen Wort sachlich, un- Wort laut. Und es wort laut, sachlos wortgemerkt. Diesen Gedanken wortgeführt: Sachlaut ist wortlos. (...)

- aus: wortsächlich fortgeführt

 

AUf dieser Website sind botanische Kanons zu finden, außerdem viele andere Hörbeispiele und Audios.

Foto: Johannes Hirsch, 2015

Clemens K. Thomas

Komponist, Texter, Macher

Website AuFschlagen? Bitte scrollen!

Aufschlag

 

»Einen Aufschlag wagen

und im Wortfeld sein Zelt aufschlagen,

ein aufgeschlag‘nes Buch befragen,

sich über den Preisaufschlag beklagen,

ein Ei aufschlagen,

stattdessen „die Augen“, „den Kragen“,

„das Knie“, „den Klavierdeckel“ sagen,

den Ball übers Netz tragen,

„auf den Schlag“ hinterfragen,

Einen Schlag aufwagen,

einen Auf- als Vorschlag sozusagen.

 

 

Den Aufschlag vertagen,

das aufgeschlag'ne Ei liegt schwer im Magen.«

- aus dem Skizzenblock

© 2015 - 2016 by Clemens K. Thomas

Fotografien © 2015 by Johannes Hirsch